Jüdische Geschichte
Verfolgung und Vernichtung jüdischer Bürger in Niederstetten durch Ritter Rindfleisch aus Röttingen nach einem angeblichen Hostienfrevel
Keine Juden in der Region nachweisbar
Jüdische Namen tauchen im "Gellt-Rechnungs-Buch im Ambt Haldenbergstetten" auf
Ab hier steigende Zahl jüdischer Bewohner
Erster Generalschutzbrief: Schutzgeldzahlung für das Recht, sich im Staat des jeweiligen Fürsten für eine begrenzte Zeit (5-10 Jahre) aufzuhalten und Handel zu treiben. Rechte und Pflichten der Juden: am Sonntag und in der Karwoche mussten sie die Straßen meiden und durften nicht schächten oder opfern.
Sie erhalten die Erlaubnis, eine Synagoge für die Durchführung ihrer Zeremonien zu errichten und einen Rabbiner anzustellen.
Errichtung eines Betsaals
Einweihung der ersten Synagoge und Anlage des Friedhofs im Gewann Eulhof
16 jüdische Familien mit 90 Mitgliedern leben in Niederstetten
Erweiterung des Friedhofs und Bau einer Schutzmauer um das Areal
143 von 1196 Stadtbewohnern sind Juden (12%)
Fertigstellung der neuen Synagoge, nachdem die erste zu klein geworden war
Erlass des Gesetzes, "die öffentlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen betreffend". Viele Freiheiten für Juden, aber noch keine volle Gleichstellung mit Christen.
Gesetz über die bürgerliche Gleichstellung der Juden im Königreich Württemberg
Renovierung der Synagoge
Im Ersten Weltkrieg fallen aus der jüdischen Gemeinde Manfred Grünfeld und Martin Laub. Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal am Eingang zum Ortsfriedhof. Max Stern wird später für seine Verdienste im 1. Weltkrieg das "Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer" verliehen.
Gesellschaftliche Integration der Juden. Hoffnung, als Deutsche jüdischen Glaubens anerkannt zu werden
Unbekannte Täter suchen den jüdsichen Friedhof in Niederstetten auf. In 15 Jahren älteren Grabsteinen - meist auf beiden Seiten - werden Hakenkreuze eingekratzt. Dies war die erste Entweihung eines jüdischen Friedhofes in Württemberg von nationalsozialistisch gesinnten Tätern
Hetze gegen Juden. Bekenntnis des Niederstettener Juden Max Stern in einem Gedicht: "Was alles dieses Jahr verbrach, ist nicht zu sagen."
In Niederstetten leben 81 jüdische Personen (4,3% der Einwohner) Nochmalige Erweiterung des Friedhofes, aber keine weiteren Bestattungen auf dem Gelände.
In jener Zeit gehörten zahlreiche Betriebe jüdischen Familien, darunter Fellhandlungen, Handelsgeschäfte für Wein und Landesprodukte, Textilgeschäfte, Metzgereien, Viehhandlungen. Auche eine Diamantenschleiferei für Industriediamanten war vorhanden.
Schwerer gewaltsamer Übergriff auf jüdische Männer im Rathaus
verstärkte Auswanderung in die USA
Deportation der letzten 44 jüdischen Mitbürger
Bruno Stern besucht seine Heimatstadt und verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, dass Krieg und Hass den künftigen Generationen erspart bleiben möge.
Nachfahren des 1826 in Niederstetten geborenen und zwischen 1840 und 1850 nach Nordamerika ausgewanderten Moises Selz (Morris Selz) besuchen Niederstetten


























