Die Synagoge
Nach der Zerstörung des jüdischen Tempels im 6. Jahrhundert und dem sich anschließenden babylonischen Exil entstanden Versammlungshäuser, in denen die Menschen Gottesdienste feierten, studierten und diskutierten. Baugeschichtlich leitete sich manches vom Tempel, und älter noch vom Stiftszelt her. Der Ort des Tempels kennzeichnet auch die Gebetsrichtung und die Ausrichtung des Gebäudes nach Jerusalem (Im 6. Kapitel des Danielbuches findet sich der Hinweis auf die einzuhaltende Richtung.) Der Schrein mit der Torarolle liegt ebenfalls auf dieser Blickachse.
Spätere Synagogen der Diaspora, so auch die in Niederstetten weisen keinen besonderen Baustil auf, sondern folgen den örtlichen Traditionen. Eine erste Synagoge - 1741/44 in der Mittelgasse erbaut entsprach bald nicht mehr den Bedürfnissen der weiter gewachsenen Gemeinde. Diese Gasse hießt bis in die NS-Zeit hinein „Synagogengasse.
Die sogenannte „neue Synagoge“ mit größeren Gemeinderäumlichkeiten wurde durch Stiftungen, Gemeindeumlagen und Aufnahme eines Kredits finanziert und 1824 auf einem benachbarten Grundstück fertiggestellt. In ihr befand sich eine kleine Lehrerwohnung, Gemeinschaftsräume und die „Schul“. Die Niederstettener Synagoge war eine der wenigen Synagogen weit und breit, die eine Kanzel hatte.




