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Mikwe

Die Synagoge mit der Schule und dem Innenhof, daneben das Frauenbad waren der äußere Rahmen, in dem sich das jüdische Leben in der hohenlohischen Kleinstadt abspielte. Dabei ist eben die Mikwe, das rituelle Taufbad so bedeutend, dass ihr Bau sogar Vorrang vor einer Synagoge hatte. Das Eintauchen in das Wasser diente der gesetzlich vorgeschriebenen Reinheit. Im Volksmund nannte man sie übrigens auch „Judentauch“ 

 

Die Tora ordnet das rituelle Bad nicht nur der Frau zu, sondern vielmehr gewissen Ereignissen: Verletzungen, bestimmten Krankheiten, Geburt, dem Kontakt mit Toten. Unrein konnte man auf verschiedene Art werden. Das rabbinische Judentum hingegen war sehr auf die Regelblutung der Frau fixiert. https://www.talmud.de/tlmd/die-mikweh/

 

Das Wasser einer Mikwe soll einen natürlichen Ursprung haben. So kommt Grundwasser oder Regenwasser in Frage. Heutzutage stammt das Wasser des Tauchbades aus der Leitung. Durch verschiedene Konstruktionen ist aber eine Berührung mit dem lebendigen Wasser, das als „koscher“ gilt gewährleistet. (Jüdische Allgemeine online 1.12.2016 Rabbiner Avraham Radbil) 

 

Eine moderne Mikweh hat einen hohen Hygienestandard und ist mit bestem Komfort ausgestattet, beheizt, mit Filtern ausgestatten. Einem Spa mit Hygieneartikel, Badetücher- und Mäntel ähnlich, lädt sie zum Verweilen und zum Entspannen ein. 

 

Inzwischen leistet sich nicht mehr jede Synagoge eigene Mikve. Andere Bedürfnisse stehen im Vordergrund: Der Kinderunterricht, Grundsatzdebatten um die Zukunft des Judentums, die Eingliederung neuer Einwanderer aus Osteuropa, soziale Probleme der Gemeindemitglieder, kulturelle Aktivität, um in der Gesellschaft sichtbarer zu werden.

 

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