Menora und Chanukkaleuchter
Die Menora (Lampe, Leuchter) gehört zu den wichtigsten religiösen Symbole im Judentum. Der siebenarmige Kerzenständer geht zurück auf die Tempeltradition. Er gehörte zum Tempelinventar und findet erstmal eine Erwähnung im Buch Exodus, 25,31-40. Die Menora symbolisiert die Schöpfung der Welt in sieben Tagen. Der siebte Arm, die Achse, von der die Arme abzweigen steht für den Sabbat.
Als der zweite Tempel im Jahr 70 nach Christus durch die Römer deren Feldherr und späteren Kaiser Titus zerstört wurde, verschleppte man den Leuchter nach Rom. Im Staatswappen Israels findet sich zwischen zwei Ölbäumen die Menora, nachgebildet dem Motiv auf dem Titusbogen in Rom.
Die Tora verbreitet Licht. Sein Volk soll das Licht unter den Heiden sein (Jesaja42,6) Die Menora verkörpert geistige Einsicht, Erleuchtung und Lebensfreude Das Licht selbst hat seinen Ursprung in Gott und steht für die Lebensfreude die sich in den Lichtern der Menora und der Chanukka widerspiegelt.
Der acht- bzw. neunarmige Leuchter bezieht sich auf die Menora und wird am Chanukkafest angezündet. Das ewige Licht, Ner Tamid, das in Synagogen brennt erinnert ebenfalls an die Menora des Tempels. Das Chanukafest, das etwa in der Zeit unseres Weihnachtsfestes gefeiert wird erinnert an eine besondere Begebenheit aus der Geschichte des jüdischen Volkes und des Tempels. Nachdem dieser im zweiten Jahrhunderts durch das Aufstellen eines Zeusaltar entweiht wurde, kam es zum Aufstand frommer Juden. Unter dem Anführer Judas Makkabäus wurden die Zeusanbeter vertrieben und das jüdische Gotteshaus wurde neu eingeweiht. Nach der Überlieferung des Talmud fand man die Menora unversehrt vor. Allerdings gab es nur noch rituell reines Olivenöl für einen einzigen Tag. Wie durch ein Wunder brannte die Menora jedoch die gesamten acht Tage hindurch bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die 8 Kerzen des Chanukaleuchters. Die neunte Kerze in der Mitte in diejenige, mit der die anderen acht entzündet werden.


